Von innen gewachsene Strukturen machen Prävention zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Jugendaustausches im AJA

Das „Netzwerk Prävention – gegen sexualisierte Gewalt“ im AJA wurde 2006 gegründet. Prävention beginnt bei der Stärkung der Jugendlichen, geht aber ebenso weit darüber hinaus: Ein gezieltes präventives Handeln gegen sexuelle Übergriffe im internationalen Schüleraustausch wird innerhalb der AJA-Organisationen auf mehreren Ebenen umgesetzt. Es bedeutet eine umfassende, pro-aktive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex und die Implementierung von klaren Strukturen und Prozessen, die sowohl die einzelnen Arbeitsbereiche als auch die unterschiedlichen Zielgruppen der Programmdurchführung berücksichtigen:Prävention im AJA

  • Begleitung der Jugendlichen während ihres Austauschjahres durch geschulte ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter: Alle Jugendlichen werden vor Beginn ihres Austauschjahres an das Thema herangeführt und während des Jahres begleitet.
  • Für alle Mitarbeiter finden regelmäßig Schulungen und Fortbildungen in diesem Bereich statt.
  • Auch die Gastfamilien und die leiblichen Eltern werden in die Präventionsarbeit einbezogen: Gastfamilien und leibliche Eltern bekommen Informationen zum Thema und haben die Möglichkeit zum Austausch miteinander. Zusätzlich werden den Eltern die Experten zum Thema in den Austauschorganisationen genannt.
  • Verhaltenskodizes für Mitarbeiter: Seit 2007 bestehen für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der AJA-Organisationen klare und institutionell verankerte Verhaltenskodizes, die Regeln im  Umgang miteinander deutlich machen. So sind in allen AJA-Organisationen ein Verhaltenskodex und eine Selbstverpflichtungserklärung entwickelt und eingebunden worden.
  • Klare Strukturen erleichtern sowohl die Präventionsarbeit als auch eine Intervention:
  • In jeder Organisation arbeitet mindestens eine Person, die als Ansprechpartner zum Thema sexualisierte Gewalt benannt und als Experte mit diesem Themenkomplex vertraut ist.
  • In allen AJA-Organisationen bestehen Notfallpläne, die stets weiterentwickelt werden und die eine rasche und effektive Intervention ermöglichen.
  • Die AJA-Organisationen kooperieren mit Beratungsstellen sowie mit anderen Trägern und Akteuren auf dem Gebiet der Präventionsarbeit.

Auch in Zusammenarbeit nach außen und organisationsübergreifend sind im Dachverband bereits Strukturen gewachsen und fest etabliert:

  • Im November 2006 fand eine trägerübergreifende Fach- und Arbeitstagung statt, die durch die Stiftung Hänsel + Gretel gefördert und beraten wurde. Bei der Tagung stand die Präsentation und Beratung der seit 2004 im AJA erarbeiteten Konzepte und Materialien unter Beteiligung von Experten aus der Präventionsarbeit im Vordergrund. Seitdem werden die Materialien kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Innerhalb des AJA besteht seit 2006 eine ständige Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig zur Information, Beratung und (Weiter-)Entwicklung von Strukturen, Prozessen und Konzepten zur Prävention sexualisierter Übergriffe trifft.
  • Innerhalb der AJA-Qualitätskriterien ist seit 2007 eine klare und präzise Grundsatzhaltung festgelegt.