Antirassismus Workshop am Hoelty Gymnasium Celle

Projekttag am Hölty-Gymnasium: Vielfalt, Rechte und Diskriminierung im Fokus

Das Hölty-Gymnasium in Hambühren ist seit 2023 Teil des Schule:Global-Netzwerks. Als Netzwerkschule profitiert das Gymnasium unter anderem von der Begleitung durch einen Schule:Global-Coach, einer individuellen Bedarfsanalyse, praxisnahen Unterrichtsmaterialien sowie vom Austausch mit anderen Schulen. Auch die gemeinsame Entwicklung schulischer Aktivitäten – wie etwa der Anti-Diskriminierungstag – wird bei Bedarf inhaltlich und strukturell unterstützt.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit begleitete Anna Kauert, Schule:Global-Coach des Hölty-Gymnasiums, den Projekttag am 27. Januar 2026. Ziel des Tages war es, Schüler*innen altersgerecht für Themen wie Menschenrechte, Diskriminierung und gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren.

Die einzelnen Klassenstufen setzten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten auseinander:

  • 5. Klassen: Kinderrechte
  • 6. Klassen: Anti-Schwarzer Rassismus und Resilienz
  • 7. Klassen: Obdachlosigkeit
  • 8. Klassen: Geschlecht
  • 9. Klassen: Anti-Arabische Diskriminierung

Die Rückmeldungen der Schüler*innen zeigten deutlich, wie intensiv die Auseinandersetzung erlebt wurde. Besonders die jüngeren Klassen äußerten Überraschung über den Umfang ihrer Rechte: „Wir wussten nicht, wie viele Rechte wir als Kind haben“ oder „Überraschend fand ich, dass ich ein Recht auf einen Namen habe“ (5. Klasse).
Gleichzeitig wurde der Projekttag auch als herausfordernd wahrgenommen: „Es war ganz schön viel und auch anstrengend, so viel zu lesen“ (5. Klasse).

Die 6. Klassen berichteten von neuen Erkenntnissen über Rassismus und gegenseitiges Verständnis: „Wir haben viel übereinander gelernt“ und „Es ist ganz schön erschreckend, was Menschen ertragen müssen, wenn sie Rassismus erfahren.“

Besonders eindrücklich waren die Fragen an einen ehemaligen Schüler, der aus Syrien geflüchtet war, mit 13 Jahren nach Deutschland kam und sein Abitur am Hölty-Gymnasium absolvierte. Die Schüler*innen interessierten sich unter anderem dafür, was er aus Syrien vermisst und ob er in Deutschland Rassismus erfahren hat.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Besuch von Antoinette Kämpfert (stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Beigeordnete und Ratsfrau der Stadt Celle). Sie kam mit den Schüler*innen zum Thema Anti-Schwarzer Rassismus ins Gespräch. Gemeinsam diskutierten sie Vorurteile und alltägliche diskriminierende Aussagen wie: „Wo kommen Sie wirklich her?“, „Sie sehen aber exotisch aus.“ oder „Aus dir wird eh nichts.“. Die Gespräche machten deutlich, wie früh Kinder mit solchen Aussagen konfrontiert werden können – und wie wichtig es ist, ihnen Raum zur Reflexion und zum Austausch zu geben.

Der Projekttag zeigte eindrucksvoll, wie relevant kontinuierliche Bildungsarbeit, zu Themen wie Vielfalt, Diskriminierung und Menschenrechten ist – und wie sehr Schüler*innen von einer offenen, mit Schule:Global begleiteten Auseinandersetzung profitieren.