Tina Winklmann (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Sprecherin für Sport und Ehrenamt sowie Mitglied im Petitionsausschuss, lud am 2. November 2026 Gastfamilien mit ihren internationalen Gastschüler*innen in den Bundestag ein. Gasteltern der Organisationen AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., Experiment e.V., Open Door International e.V., Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) und Rotary Jugenddienst e.V. folgten der Einladung und kamen gemeinsam mit ihren Gastkindern aus Brasilien, Japan, Thailand, Bolivien, Australien, Mexiko, Estland und Tschechien.
Der Besuch erfolgte im Rahmen der AJA-Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“, die sich für eine stärkere Anerkennung und Würdigung von Gastfamilien einsetzt. Tina Winklmann ist seit Juli 2025 Botschafterin der Kampagne.
In einer offenen Gesprächsatmosphäre tauschten sich die Gasteltern mit der Abgeordneten über ihre Erfahrungen und Herausforderungen aus. Tina Winklmann dankte den Gastfamilien für ihr ehrenamtliches Engagement. „Kultureller Austausch ist wichtig für unsere Demokratie“, ermutigte sie die Familien und fragte auch nach deren Motivation und Wünschen an die Politik.
Laura Ballaschk, YFU-Gastmutter einer Austauschschülerin aus Tschechien berichtete, dass sie an einem Schüleraustausch teilgenommen und dabei große Gastfreundschaft erfahren habe. Dies wolle sie nun zurückgeben.
Auch bei den Wünschen wurden die Gasteltern deutlich. Sie sprachen sich für steuerliche Entlastungen aus, um zusätzliche Anreize für Gastfamilien zu schaffen und die steigenden Lebenshaltungskosten für das Gastkind abzufedern. Darüber hinaus brauche es dringend einen Abbau bürokratischer Hürden, insbesondere bei Visa und Schulanmeldungen.
Eine Gastmutter betonte, wie bedauerlich es sei, dass eine so wertvolle interkulturelle Erfahrung wie ein Schüleraustausch aufgrund der Kosten häufig nur Kindern aus finanziell besser gestellten Familien offenstehe. Sie wünschte sich deshalb eine stärkere Förderung durch die Politik. Eine weitere Gastmutter regte an, den Gastschüler*innen ein Deutschlandticket zur Verfügung zu stellen, damit sie mehr von Deutschland entdecken könnten.
Tanja Winklmann hörte aufmerksam zu und bestärkte die Gasteltern, „lauter“ gegenüber der Politik zu werden. Sie verwies auch auf die Ehrenamtskarte, die engagierten Menschen Vergünstigungen, beispielsweise beim Eintritt in verschiedene Kultureinrichtungen, bietet. Diese ist bereits in 11 von 16 Bundesländern verfügbar.
Winklmann berichtete auch von ihrer Arbeit im Ausschuss für Sport und Ehrenamt, in dem viele der angesprochenen Themen bereits diskutiert werden. Sie kündigte an, erneut das Gespräch mit Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, zu suchen und gemeinsam Möglichkeiten auszuloten, wie Gastfamilien stärker unterstützt und zusätzliche Anreize für ihr Engagement geschaffen werden können.
Das zweieinhalbstündige Programm endete mit einem Rundgang in der Reichstagskuppel mitten im abendlichen Lichtermeer der Hauptstadt.