Informationsreise für politische Entscheidungsträger*innen HERZ, HAND UND KOPF 2026 Internationale Verständigung durch Jugend- und Schüleraustausch Brüssel, 23.–25. März 2026

Informationsreise für politische Entscheidungsträger*innen HERZ, HAND UND KOPF 2026 Internationale Verständigung durch Jugend- und Schüleraustausch Brüssel, 23.–25. März 2026

Welcher Ort eignet sich besser, um mit Parlamentarier*innen sowie Expert*innen über internationale Mobilitäten junger Menschen zu sprechen als die europäische Hauptstadt? Der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch veranstaltete die Neuauflage der Informationsreise „Herz, Hand und Kopf“ in Brüssel. Mit Unterstützung der Initiative Austausch macht Schule und Förderung durch Stiftung Mercator und Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) kamen diesmal zwölf Abgeordnete aus acht Bundesländern zusammen, um mit Verantwortlichen von AJA-Austauschorganisationen über Perspektiven, Positionen und Herausforderungen im internationalen Jugendaustausches zu diskutieren. Ein großer Dank auch für die Gastfreundschaft an die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, die das Treffen in deren gemeinsamer Brüsseler Vertretung, dem „Hanse Office“, möglich machten.

Ein zentraler Punkt auf der Agenda: ErasmusPlus, das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa – und welche Potenziale dieses für grenzüberschreitenden Austausch für Schulen und Organisationen der internationalen Jugendarbeit hat. Die von AJA-Geschäftsführer Jan Schütte moderierte Podiumsdiskussion mit Philipp Aigner (Bundesrat und Europäischer Rat), Christian Kiefer (Europäische Kommission), Rita Stegen (Stadt München, Referat Bildung und Sport) und Pawel Prokop (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) brachte Perspektiven und Erfahrungen in den Abgleich, zeigte aber auch die Komplexität des Programms.  So drehte sich die Diskussion am Schluss besonders um die spannende Frage, wie die aktuell verhandelte Programm-Generation 2028-2024 aussehen wird. Welches Gesamtbudget gibt es? Wie können Schulen bei der Antragstellung unterstützt werden? Und vor allem: Wie können mehr Schüler*innen an kurz- und langfristigen Austauschprogrammen teilnehmen? Denn bislang kommen in Deutschland nur etwa ein bis drei Prozent von ihnen in den Genuss einer Förderung über Erasmus+.

Wie konkrete Orientierung und Beratung für Schulen rund um das Thema Mobilitäten und interkulturelles Lernen aussehen kann, erfuhren die Abgeordneten aus erster Hand von zwei Lehrkräften der GHG Schule Alsdorf: Sie gehören zum bundesweiten Netzwerk von Schule Global. Die AJA-Initiative unterstützt Schulen seit 2019 kostenfrei auf ihrem Weg der Internationalisierung. Besonders erfreulich: Seit Oktober 2025 wird Schule Global vom BMBFSFJ gefördert und kann somit vielen weiteren Schulen Coaching und Fortbildungen anbieten. Eine wichtige Botschaft, die die Politiker*innen mit in ihre Bundesländer nehmen.

Das Finale von „Herz, Hand und Kopf“ 2026 bildete der Besuch des Europäischen Parlaments und ein Gespräch mit der Abgeordneten Sabrina Repp (SPD). Passend zum Thema Erasmus+ überreichten die Landtagsabgeordneten einen gemeinsamen Appell an die 27-jährige Parlamentarierin (Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung). Darin fordern sie, Erasmus+ fortzuführen, deutlich zu stärken und insbesondere die Bereiche Schulbildung und berufliche Bildung auszubauen. Sabrina Repp wird nicht die einzige Adressatin bleiben: Der Brief soll auch an die anderen Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, an die Bundesregierung, die Regierungen der Länder sowie die Präsidentin der Europäische Kommission gerichtet werden.