Berlin, 9. Mai – Anlässlich des Europatages betont der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch die zentrale Bedeutung von Schüleraustausch für ein starkes, vielfältiges und solidarisches Europa. Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen leisten internationale Begegnungen junger Menschen einen unverzichtbaren Beitrag zur Verständigung über Ländergrenzen hinweg.
Das Europa für einen Schüleraustausch viel zu bieten hat, zeigen auch die Zahlen. Seit Corona verbringen wieder mehr Schülerinnen und Schüler ihren Schüleraustausch in einem europäischen Land. Lag der Anteil von halb- und ganzjährigen Austauschprogrammen in Europa vor 10 Jahren noch bei 16 Prozent des weltweiten Schüleraustauschs der gemeinnützigen AJA-Organisationen, so konnte er seitdem auf 23 Prozent gesteigert werden. Vor allem bei den Halbjahres-Programmen konnte ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden. Die beliebtesten Länder sind Irland, Frankreich, Spanien und Großbritannien.
Programme im europäischen Ausland bieten Schülerinnen und Schülern die Chance, den Alltag in einem anderen Land kennenzulernen, neue Perspektiven zu gewinnen und wichtige Kompetenzen für ihre persönliche und berufliche Zukunft zu entwickeln. Gleichzeitig entstehen oft langfristige Freundschaften, die das Fundament eines geeinten Europas stärken.
„Europa lebt vom Austausch“, erklärt AJA-Geschäftsführer Jan Schütte. „Schüleraustausch ermöglicht es Jugendlichen, andere Kulturen hautnah zu erleben, Vorurteile abzubauen und europäische Werte wie Offenheit, Toleranz und Demokratie aktiv zu erfahren. Wir vom AJA setzen uns dafür ein, dass mehr junge Menschen aus Deutschland Europa in einem Schüleraustausch erfahren können“
Um das zu erreichen, fordert der AJA, den Zugang zu Austauschprogrammen weiter auszubauen und auch Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen eine Teilnahme zu ermöglichen. Finanzielle Hürden dürfen kein Ausschlusskriterium sein, wenn es um internationale Bildung und interkulturelles Lernen geht.
Zum Europatag ruft der AJA Politik, Schulen und Gesellschaft dazu auf, Schüleraustausch als festen Bestandteil europäischer Bildungsarbeit zu fördern. Denn jede Begegnung über Grenzen hinweg ist ein Schritt hin zu mehr gegenseitigem Verständnis – und damit zu einem stärkeren Europa.