AJA-Fachtagung 2026

Die 17. Fachtagung Schüleraustausch fand am 21. und 22. Januar in Berlin statt. Der jährliche Branchentreff wird abwechselnd von weltweiser, dem Deutschen Fachverband Highschool und AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch organisiert. In diesem Jahr lag die Ausrichtung beim AJA.

Rund 45 Fachkräfte aus bundesweit ansässigen Austauschorganisationen kamen in Berlin zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des internationalen Schüleraustauschs zu verständigen.

Zum Auftakt präsentierte Thomas Terbeck (weltweiser) aktuelle Zahlen und Entwicklungen im Schüleraustausch. Für die Ausreiseprogramme zeigen seine Schätzungen und Erhebungen für das Programmjahr 2024/25 einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber gehen die Einreisezahlen weiterhin deutlich zurück.

Zentrale Herausforderungen der Branche wurden auch auf dem Podium „USA-Austausch quo vadis?“ thematisiert. Scott Weinhold, Ministerialrat für öffentliche Angelegenheiten an der US-Botschaft in Berlin, diskutierte gemeinsam mit Constanze Sietz, Geschäftsführerin der TravelWorks GmbH, und Mareike von Raepke, Geschäftsführerin von Deutsches Youth for Understanding e. V., über die aktuelle Situation des Schüleraustauschs mit den USA – nach wie vor das beliebteste Gastland. Unter anderem neue Visabestimmungen hatten im Sommer des vergangenen Jahres für Verunsicherung bei Teilnehmenden und Eltern gesorgt. Weinhold stellte klar, dass es so gut wie keine Probleme bei der Visavergabe oder Einreise gegeben habe. Er betonte die große Bedeutung des Schüleraustauschs für die transatlantischen Beziehungen und dankte den Austauschorganisationen ausdrücklich für ihre Arbeit.

Chris Arnold, Gründer der Initiative Made Impact, stellte bei der Fachtagung sein Projekt „World Storyteller“ vor. Unter dem Leitmotto „International exchange is the best long-term strategy for prosperity and peace“ will er eine Million Geschichten von Jugendlichen, die an internationalen Austauschprogrammen teilgenommen haben, sammeln und veröffentlichen.

Weitere Programmpunkte drehten sich um die mentale Gesundheit von Jugendlichen, um den Einsatz Künstlicher Intelligenz, um den Umgang mit Gastfamilien, um Politische Bildung im Schüleraustausch sowie Konkurrenz und Fair Play in der Branche.

Jan Schütte, Geschäftsführer vom AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch, blickt auf eine gelungene Veranstaltung: „Programm und Location boten einen guten Rahmen für fachliche Impulse, Diskussion und Vernetzung. Trotz Unterschieden zwischen gemeinnützigen und kommerziellen Organisationen zeigte sich wieder einmal, wie wichtig dieses Format für das Bewusstmachen von Gemeinsamkeiten ist. Gerade in diesen politisch herausfordernden Zeiten ist langfristiger individueller Schüleraustausch ein wertvoller Beitrag zu interkultureller Verständigung, Toleranzbildung und Persönlichkeitsentwicklung – Basiswerte, für die alle versammelten Anbieterorganisationen stehen.“

Die nächste Fachtagung, organisiert vom Deutschen Fachverband Highschool findet voraussichtlich im Januar 2027 statt.