Wie können mehr Gastfamilien für den langfristigen Schüleraustausch gewonnen werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Frühstücks, zu dem der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch gemeinsam mit MdB Anke Hennig (SPD) am 21. Juni eingeladen hat. Zahlreiche Abgeordnete folgten der Einladung und diskutierten gemeinsam, wie Gastfamilien stärker gewürdigt und finanziell entlastet werden können.
In ihrem Grußwort betonte Anke Hennig die gesellschaftliche Bedeutung von Gastfamilien. „Als ehemalige Gastmutter habe ich aus erster Hand erfahren, wie bereichernd die Erfahrungen aus einem solchen Austausch für die beteiligten Jugendlichen und ihre Gastfamilien sind. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Tage als Gastmutter. Die Freude, aber auch die Herausforderungen, die damit einhergingen, haben mein Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen erweitert und meine eigene Weltoffenheit gestärkt.“
Gastfamilien leisten mit ihrem Engagement einen Beitrag für mehr Offenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt. Der Perspektivwechsel, der durch die Aufnahme eines Austauschschülers aus einem anderen Land entsteht, führt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und zum Abbau von Rassismus und Intoleranz. Viele Schüler aus dem Ausland würden gern einen Schüleraustausch in Deutschland machen. Den gemeinnützigen AJA-Organisationen fällt es jedoch immer schwerer, sie zu platzieren, da nicht genügend Gastfamilien gefunden werden. Grund dafür ist unter anderem die finanzielle Belastung, durch die gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiekosten.
Aus diesem Grund fordert der AJA einen Haushaltskostenzuschuss, wie er bereits im Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) für Gastfamilien gezahlt wird. Dr. Uta Wildfeuer, Geschäftsführerin vom AJA formuliert es so „Unser Ziel ist es, Gastfamilien für ihr Engagement finanziell zu würdigen und auch solchen Familien die Aufnahme eines Gastkindes zu ermöglichen, für die dieses Engagement wegen der zusätzlichen finanziellen Belastung bisher ausgeschlossen war.“
Gemeinsam wurden auf dem Frühstück bereits konkrete Aktionen besprochen, wie beispielsweise Eltern und Schulen motiviert werden können, mehr Austauschülerinnen und Schüler aufzunehmen.



