Prävention beginnt bei der Stärkung der Jugendlichen

Sexualisierte Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten vor und ist ein kulturübergreifendes Problem. Die meisten Übergriffe auf Kinder und Jugendliche werden von langer Hand geplant und vorbereitet. Täter sind nicht selten im Kreis der Angehörigen, Freunde oder Bekannten der Familie zu finden.Stärkung der Jugendlichen

Jährlich begleiten die Mitgliedsorganisationen des AJA rund 2.000 ausländische Gastschüler in Deutschland und mehr als 3.000 deutsche Schüler in über 60 Ländern weltweit. Daher ist das AJA-Präventionskonzept entsprechend umfangreich gestaltet und zielt insbesondere auf die Stärkung und den Schutz der Jugendlichen ab. Es bezieht in erster Linie die Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Eltern und die Gastfamilien ein. Speziell für die Jugendlichen gibt es eigene Workshops, Einzelgespräche und Schulungen, im Rahmen derer sie für ihre eigenen Grenzen sensibilisiert und zum Vertrauen auf ihre Grenzwahrnehmung ermutigt und gestärkt werden.

Widerstandsfähige und selbstbewusste Kinder und Jugendliche, die gelernt haben, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und wissen, was ihre Rechte sind, werden seltener Opfer von sexualisierter Gewalt. Durch die Integration des Themas in Vorbereitungs- und Orientierungsseminaren und durch Informationen über interne und externe Ansprechpartner werden die Jugendlichen mit der AJA-Präventionsarbeit vertraut gemacht. Ziel ist es, die Jugendlichen zu stärken und ihr Selbstvertrauen in ihre eigene Wahrnehmung zu steigern.

Somit werden in den Seminaren der Präventionsarbeit der AJA-Organisationen folgende sieben Punkte berücksichtigt:

1. Nur ich entscheide über meinen Körper.
2. Ich vertraue meinen eigenen Gefühlen und Grenzen voll und ganz.
3. Nur ich allein entscheide, wer mich berühren darf.
4. Ich habe immer das Recht, NEIN zu sagen.
5. Niemand kann mir vorschreiben, was ich für mich behalten soll.
6. Ich habe ein Recht auf Hilfe.
7. Nur derjenige, der die Grenzen überschreitet, hat Schuld.