Recht im Schüleraustausch

Hier werden die allgemeinen Rahmenbedingungen und rechtlichen Aspekte im Schüleraustausch dargelegt, Hinweise zu weiterführender Literatur gegeben sowie eine Auswahl an Literatur vorgestellt.

Rahmenbedingungen

Langfristige Schüleraustauschprogramme mit Gastschulaufenthalt für deutsche Schülerinnen und Schüler unterfallen dem deutschen Pauschalreiserecht und seit 01.07.2018 in § 651 u BGB geregelt.

Literaturauswahl

Klein, Stefan: Die Anerkennung von im europäischen Ausland verbrachten Gastschuljahren. In: Forum Jugendarbeit International 2004/05 – Jugendmobilität in Europa. Hg. vom IJAB. Bonn 2005. S.143-154.
In seinem Beitrag fasst der Jurist Stefan Klein die Anerkennungspraxis bei Auslandsschuljahren in verschiedenen deutschen Bundesländern zusammen und prüft deren Kongruenz mit den Zielsetzungen des europäischen Rechts.

Klein, Stefan: Rechtshandbuch Schüleraustausch. Die Praxis des Gastschulaufenthaltes und ähnlicher Verträge. Münster: LIT-Verlag, 2004. ISBN 3-8258-7240-8, 240 S.
Das Handbuch erklärt – von der Auswahl bis zur Nachbereitung – die rechtlichen Grundlagen des 651 1 BGB, dem Recht zum Gastschulaufenthalt. Die Erläuterungen gelten ähnlich für Sprachreisen, Au-Pair Programme und Internatsaufenthalte.

Klein, Stefan: Schüleraustausch. München: dtv, 2004. ISBN 3-423-58079-8, 204 S.
Ob Kurzaufenthalt oder Gastschuljahr: Der Schüleraustausch ist als Bestandteil einer umfassenden Ausbildung eine immer wichtigere Erfahrung. Unter Berücksichtigung des Rechts zum Gastschulaufenthalt informiert der Jurist Stefan Klein über Rechte und Pflichten beim Schüleraustausch. Der Ratgeber begleitet den Leser anhand von Beispielfällen, Übersichten und Mustertexten von der Auswahl des Veranstalters bis zur Rückkehr des Schülers.

Klein, Stefan: Neues zum Gastschulaufenthaltsrecht. In: ReiseRecht aktuell (RRa). Zeitschrift für das Tourismusrecht. Heft 1/2008. (Hier als PDF)
In diesem Aufsatz bespricht der Autor im Anschluss an den Aufsatz in RRa 2004 (s.u.) nach wie vor offene rechtliche Fragen des Gastschulaufenthaltes. Er erläutert dabei die rechtliche Entwicklung in den vergangenen Jahren. Insbesondere geht es um zulässige Rücktrittsgründe des Veranstalters, um das Leistungsbestimmungsrecht des Veranstalters, um verschiedene Mängel beim Gastschulaufenthalt und um den Anspruch auf Erstattung ersparter Aufwendungen.

Klein, Stefan: Reiserechtliche Besonderheiten des Gastschulaufenthaltes. In: ReiseRecht aktuell (RRa). Zeitschrift für das Tourismusrecht. Heft 02/04.
Weil der Gesetzgeber 2001 den Gastschulaufenthalt dem deutschen Pauschalreiserecht unterworfen hat, ergeben sich Wertungswidersprüche. Ein Austauschjahr hat mit einer Pauschalreise nicht viel gemein. Der Autor stellt rechtliche Besonderheiten des Gastschulaufenthalts gegenüber dem allgemeinen Pauschalreiserecht dar, die sich aus der fehlenden Anwendbarkeit der (auch dem deutschen Recht zugrunde liegenden) europäischen Richtlinie und einer fehlenden typologischen Vergleichbarkeit von Gastschulaufenthalt und Pauschalreise ergeben. Beide Gesichtspunkte führen zu Modifikationen des Pauschalreiserechts für den Gastschulaufenthalt.

Pohar, Michael A. / Sendmeyer, Stefanie: Ferienlager, Vereinsfahrten und Gastschul-Aufenthalte als Gegenstände des Pauschalreiserechts. In: ReiseRecht aktuell (RRa). Zeitschrift für das Tourismusrecht. Heft 06/04.
Die Autoren stellen u.a. Besonderheiten des Gastschulaufenthaltes gegenüber dem Pauschalreiserecht dar. Sie beschäftigen sich dabei insbesondere mit dem Lösungs- oder Rücktrittsrecht des Veranstalters und begründen, warum ein zusätzliches Lösungsrecht z.B. für den Fall nicht besteht, dass der Veranstalter nicht genügend Gastfamilien oder keine Gastfamilie für einen speziellen Schüler findet.