Aktualisiert (Mittwoch, den 11. März 2009 um 16:48 Uhr)
"Call for Action": Neue AJA-Initiative zur weltweiten Kooperation
Mit einem so genannten Call for Action ruft AJA eine
internationale Initiative ins Leben, bei der mit Hilfe nationaler und
internationaler Akteure aus Bildung und Politik die individuelle Schülermobilität
umfassend verbessert und gefördert werden soll.
Eine Welt, die zusammenwächst und in der multikulturelle
Gesellschaften zum Alltag geworden sind, bedarf Menschen mit interkultureller
Kompetenz, mit Offenheit und Toleranz gegenüber fremden Kulturen und einer
Fähigkeit, die eigene und fremde Identität kritisch zu reflektieren. Es sind
genau diese Fähigkeiten, die der Langzeitschüleraustausch gezielt fördert und mit
denen er zu einer friedlicheren Globalisierung beiträgt.
Weltweit nehmen jedoch zur Zeit nur ca. 40 000 bis 45 000 Schüler an Langzeitaustauschprogrammen teil.
Besonders kritisch ist auch, dass nicht alle sozialen
Schichten der Gesellschaft und nicht alle Teile der Welt gleichermaßen am
Jugendaustausch partizipieren. Um jedoch eine wahrhaft globale Gesellschaft zu
ermöglichen, muss es Ziel sein, Zugang und Teilnahme am interkulturellen Dialog
für alle überall zu gewährleisten.
AJA wendet sich deswegen gezielt an nationale Regierungen,
Akteure der Zivilgesellschaft sowie die Internationale Staatengemeinschaft, um
den Erlass fördernder Rahmenbedingungen zu initiieren. Nur mit ihrer Hilfe und
Kooperationsbereitschaft können Defizite der Mobilität behoben werden. Dazu
gehören nicht nur verbesserte Reisebestimmungen in Hinblick auf die Erteilung
von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen, sondern auch eine optimierte
Informationspolitik und eine Bereitstellung von Stipendienmöglichkeiten für sozial
benachteiligte Jugendliche. Multilaterale Vereinbarungen können zudem
Austauschprogramme weltweit ausbauen und weitere Länder in den interkulturellen
Dialog einbinden.
Die Qualität des Austauschs kann nur durch internationale
Standards und wissenschaftliche Begleitung der Programme weltweit gesichert
werden. Indem internationale Organisationen die Leistungen des Jugendaustauschs
für die Annäherung und das Zusammenwachsen unserer Gesellschaften weltweit
offiziell anerkennen und seine Förderung in ihre Tätigkeitsfelder aufnehmen,
kann das Potential der Schülermobilität voll entfaltet werden.
Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die nationale und
internationale Kultur- und Bildungspolitik profitiert von dieser Initiative. Der
interkulturelle Dialog, der durch den Jugendaustausch eröffnet wird, kommt
somit beispielhaft den gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen der EU und
der UNESCO entgegen, wie sie im Europäischen Jahr des interkulturellen
Dialogs (EU 2008) und der Allgemeinen Erklärung der kulturellen Vielfalt (UNESCO
2001) bereits zum Ausdruck kommen.