Umfrage zur G8 Schulzeitverkürzung sorgt für Aufsehen

Achtjähriges Turbo-Abi durch G8 stößt auf allgemeinen Unmut.

So lässt es sich in den letzten Tagen in der Presse lesen, Auslöser ist die 2. JAKO-O Bildungsstudie: Ausgeführt wurde die repräsentative Studie durch die Medien- und Sozialforschung GmbH TNS Emnid. Befragt wurden 3000 Mütter und Väter zur Beurteilung der Schulen in Deutschland zu Beginn des Jahres 2012.

Das Ergebnis ist ernüchternd, vielleicht auch nicht überraschend, vor allem aber kein positives Zeichen für die Bildungspolitik in Deutschland: 79% der Befragten würden bei freier Wahl eine neun Jahre andauernde Gymnasialzeit für ihr Kind wählen. Dass diese Wahl nicht mehr besteht ist klar. 59% der Befragten würden sich immerhin mit dem Format von G8 anfreunden, wenn wenigstens die Lehrpläne angepasst würden. Bei der Diskussion, die nun unter den Kultusministerien entstehen muss, sollten alternative Möglichkeiten in den Mittelpunkt gerückt werden, um diesem Trend entgegenzutreten.

In Bayern spricht man bereits von einem sogenannten Flexibilisierungsjahr – in gewisser Weise ein Zusatzjahr. Was sich dahinter verbirgt ist noch unklar – warum also nicht ein Schuljahr im Ausland?

Der AJA ist überzeugt, dass ein Austauschjahr für Schülerinnen und Schüler eine geeignete Möglichkeit für ein Flexibilisierungsjahr – ein Zusatzjahr – wäre. Die positiven Effekte eines solchen Auslandsschuljahres für Jugendliche sind hinlänglich bekannt und einen pädagogischen Mehrwert haben die Schüleraustauschprogramme allemal. Warum sollte also ein Schuljahr im Ausland als mögliche Ergänzung nicht auch in den Lehrplan der Schulen gehören? Erfahrungen in anderen Kulturen sammeln, den eigenen Horizont erweitern und interkulturelle Kompetenzen erwerben, all das sind wichtige Schlüsselkompetenzen in unserer Gesellschaft. Was spricht dagegen, diese Kompetenzen bereits in der Schule zu erlernen?

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