1. Parlamentarischer Abend des AJA

Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (links), und AJA-Sprecher Holger Knaack (rechts).

„Erfahrungen, die kein Schulbuch vermitteln kann“

Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) hat zu seinem ersten parlamentarischen Abend nach Berlin-Kreuzberg eingeladen. Bundestagsabgeordneten und Mitarbeitern zuständiger Ministerien sollten in einem zwanglosen Rahmen unter anderem die vielfältigen Probleme geschildert werden, mit denen sich die gemeinnützige Jugendaustausch-Arbeit inzwischen konfrontiert sieht.

So agieren deutsche Auslandsvertretungen stellenweise immer restriktiver bei der Visumerteilung und verlangen zum Beispiel von Schülern schon zur Einreise den Nachweis von Deutschkenntnissen, die doch erst während ihres Aufenthalts hier erworben werden sollen, was stets auch hervorragend innerhalb weniger Monate gelingt – wenn man sie denn lässt.

Auch einige kommunale Ausländerbehörden entwickeln, so die Schilderung von Verantwortlichen, fast wöchentlich neue Ideen, wie man dem internationalen Jugendaustausch – Jugendlichen, Gasteltern und  Organisatoren – die Arbeit noch ein wenig schwerer machen könnte.
Die Durchsetzung von G8, einer nur noch achtjährigen Gymnasialzeit, sowie verwirrende Prüfungsvorschriften und -zeiträume machen es ebenfalls nicht eben leichter, eine Schullaufbahn durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt zu bereichern.

Mehrere mit dem Thema vertraute Politiker signalisierten an diesem Abend, man habe die Signale vernommen und werde sich um Abhilfe bemühen. Der Abend wurde mit der Filmkamera begleitet, die Filmdokumentation finden sie hier:

Parlamentarischer Grillabend
Diskussion über die politischen Rahmenbedingungen für Jugendaustausch

Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) hat gemeinsam mit Jürgen Klimke, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, zu einem parlamentarischen Grillabend am 15. September 2010 nach Berlin-Kreuzberg geladen. Zahlreiche Parlamentarier sowie Mitarbeiter aus Ministerien, Stiftungen, Botschaften und gemeinnützigen Schüleraustauschorganisationen haben die Gelegenheit genutzt, gemeinsam über die politischen Rahmenbedingungen für Austauschprogramme in Deutschland zu diskutieren.

Dank der Gastfreundschaft der Kreuzberger Kinderstiftung konnte die Veranstaltung im Garten der Stiftung am Landwehrkanal stattfinden. Als engagierter Förderer des internationalen Jugendaustauschs hatte der Stifter Peter Ackermann sich gerne bereit erklärt, den Garten als Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Politik und Schüleraustauschorganisationen zur Verfügung zu stellen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!

Nach einer Begrüßung durch Klaus Krimmel, Repräsentant des AJA, sowie durch den Hausherrn Peter Ackermann folgte ein Grußwort von Ingbert Liebing (MdB). Liebing appellierte an die Vertreter der Bundesländer, die Bedürfnisse des Jugendaustauschs und seine vielfache Bedeutung noch stärker in der Bildungspolitik zu berücksichtigen. Insbesondere die Anerkennung von im Ausland erbrachten schulischen Leistungen müsse bundesweit möglichst einheitlich geregelt werden.

In Vertretung von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder wies im Anschluss der parlamentarische Staatssekretär, Dr. Hermann Kues, in seiner Rede darauf hin, dass die Bedeutung des Schüleraustauschs im Bundestag anerkannt sei und entsprechend gefördert werde. „Für jeden einzelnen Jugendlichen ist die Teilnahme an einem Austausch eine Bereicherung. Das sind Erfahrungen, die kein Schulbuch vermitteln
kann.“

Während der zweifache deutsche Profi-Grillmeister Sven Dörge die Anwesenden mit schmackhaftem Grillgut versorgte, nutzte Holger Knaack, der diesjährige Sprecher des AJA, die Gelegenheit, auf „Baustellen“ hinzuweisen, an denen weiter gearbeitet werden muss. Er betonte die Wichtigkeit der Anerkennung im Ausland erbrachter Schulleistungen und kritisierte die Bezahlung von Gastfamilien.

Die AJA-Organisationen hoffen, dass die im Rahmen des Grillabends geknüpften Kontakte die Zusammenarbeit mit der Politik erleichtern und den Erfahrungsaustausch künftig intensivieren werden.

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