„Call for Action“: Neue AJA-Initiative zur weltweiten Kooperation

Mit einem so genannten Call for Action ruft AJA eine internationale Initiative ins Leben, bei der mit Hilfe nationaler und internationaler Akteure aus Bildung und Politik die individuelle Schülermobilität umfassend verbessert und gefördert werden soll.

Eine Welt, die zusammenwächst und in der multikulturelle Gesellschaften zum Alltag geworden sind, bedarf Menschen mit interkultureller Kompetenz, mit Offenheit und Toleranz gegenüber fremden Kulturen und einer Fähigkeit, die eigene und fremde Identität kritisch zu reflektieren. Es sind genau diese Fähigkeiten, die der Langzeitschüleraustausch gezielt fördert und mit denen er zu einer friedlicheren Globalisierung beiträgt.

Weltweit nehmen jedoch zur Zeit nur ca. 40 000 bis 45 000 Schüler an Langzeitaustauschprogrammen teil. Besonders kritisch ist auch, dass nicht alle sozialen Schichten der Gesellschaft und nicht alle Teile der Welt gleichermaßen am Jugendaustausch partizipieren. Um jedoch eine wahrhaft globale Gesellschaft zu ermöglichen, muss es Ziel sein, Zugang und Teilnahme am interkulturellen Dialog für alle überall zu gewährleisten.

AJA wendet sich deswegen gezielt an nationale Regierungen, Akteure der Zivilgesellschaft sowie die Internationale Staatengemeinschaft, um den Erlass fördernder Rahmenbedingungen zu initiieren. Nur mit ihrer Hilfe und Kooperationsbereitschaft können Defizite der Mobilität behoben werden. Dazu gehören nicht nur verbesserte Reisebestimmungen in Hinblick auf die Erteilung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen, sondern auch eine optimierte Informationspolitik und eine Bereitstellung von Stipendienmöglichkeiten für sozial benachteiligte Jugendliche. Multilaterale Vereinbarungen können zudem Austauschprogramme weltweit ausbauen und weitere Länder in den interkulturellen Dialog einbinden.

Die Qualität des Austauschs kann nur durch internationale Standards und wissenschaftliche Begleitung der Programme weltweit gesichert werden. Indem internationale Organisationen die Leistungen des Jugendaustauschs für die Annäherung und das Zusammenwachsen unserer Gesellschaften weltweit offiziell anerkennen und seine Förderung in ihre Tätigkeitsfelder aufnehmen, kann das Potential der Schülermobilität voll entfaltet werden.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die nationale und internationale Kultur- und Bildungspolitik profitiert von dieser Initiative. Der interkulturelle Dialog, der durch den Jugendaustausch eröffnet wird, kommt somit beispielhaft den gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen der EU und der UNESCO entgegen, wie sie im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs (EU 2008) und der Allgemeinen Erklärung der kulturellen Vielfalt (UNESCO 2001) bereits zum Ausdruck kommen.

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