„Ein Austauschjahr ist immer ein gewonnenes Jahr!“ – die Schulzeitverkürzung darf nicht zum Hindernis werden

 

podiumsdiskussion_07_09_25Auch Schulleitungen und Experten aus der Politik unterstützen die Forderungen des AJA: Ein einjähriger Auslandsaufenthalt während der Schulzeit kann zweifellos in hohem Maße zur Ausbildung wichtiger Schlüsselqualifikationen beitragen. Das unterstrichen auch Robert Heinemann (CDU) und Christa Goetsch (GAL), beide schulpolitische Sprecher ihrer Fraktionen in der Hamburger Bürgerschaft, als sie die soziale und interkulturelle Kompetenz, die Jugendliche durch ein Austauschjahr erwerben können, betonten.

Schüler und Eltern müssen daher auch weiterhin gemeinsam mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium über den individuell passenden Zeitpunkt für ein Austauschjahr und eine damit verbundene Anerkennung entscheiden können – darin waren sich alle Vertreter der beiden Podiumsdiskussionen zum Thema „Schüleraustausch nach der Schulzeitverkürzung“ in der Hamburger Klosterschule am 13.9. und im Gymnasium Allee in Hamburg-Altona am 25.9. einig.

podiumsdiskussion_07_09_13Dies zu gewährleisten und dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, ist Aufgabe der Bildungspolitiker in allen 16 Bundesländern. „Dass im Einklang mit der Schulzeitverkürzung in vielen Bundesländern Regelungen getroffen werden, so dass Jugendliche zukünftig die 10. Klasse im Ausland verbringen können, begrüßen wir sehr“, sagte Rita Stegen, Repräsentantin des AJA. „Um darüber hinaus aber auch Schülerinnen und Schülern, die in Jahrgangsstufe 10 ggf. zu jung sind, oder ein Austauschjahr auf der Südhalbkugel verbringen möchten, die Anrechnung eines Auslandsschuljahres auf den Bildungsgang in Deutschland zu ermöglichen, ist es wichtig, Anerkennungsoptionen auch für den ersten Teil der Qualifikationsphase zu gestalten. Einige Bundesländer haben dazu bereits im G9 praktikable Lösungen geschaffen. Diese könnten auch auf G8 übertragen werden!“ Dass nur so die nötigen, pädagogischen Entscheidungsspielräume eröffnet würden, um sich bei der Beratung mit dem Jugendlichen und seiner Eltern tatsächlich an der Persönlichkeit des Schülers orientieren zu können, bestätigte auch der Direktor der Klosterschule, Ruben Herzberg, und unterstützte damit die Forderung des AJA. „Wenn die Politik die Regelungen trifft, werden wir in der Lehrerschaft auch einen guten Weg der Umsetzung finden“, ergänzte sein Kollege Rainer Fechner.

Abgesehen von den notwendigen bildungspolitischen Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, stellten alle Podiumsteilnehmer einstimmig heraus, dass ein Austauschjahr auch dann ein gewonnenes Jahr ist, wenn es zwischen zwei Jahrgangsstufen eingeschoben wird. „Es ist zwar unsere Aufgabe, optimale Regelungen im Sinne der Schülerinnen und Schüler zu erlassen und den Jugendlichen möglichst viele Optionen zu eröffnen“, bekannte Christa Goetsch, „doch auch die Schulen sollten noch aktiver für Auslandsschuljahre werben“, forderte die Politikerin. „Während eines Austauschjahres bilden die Jugendlichen nicht nur soziale und interkulturelle Kompetenzen aus; sie machen wichtige Erfahrungen für den weiteren Lebensweg – und diese kann ihnen keiner mehr nehmen!“

Zu den Diskussionsrunden hatte das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) eingeladen.

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