Bildungswirkung von Austauschprogrammen im Visier

 

Fachtagung stellt in Bayern erstmals breite Öffentlichkeit für die engagierte Arbeit im internationalen Schüleraustausch her: Persönliche Erfahrungen in fremden Kulturkreisen fördern interkulturelle und soziale Kompetenzen wie Flexibilität, Reflexionsfähigkeit, Selbständigkeit, Offenheit, Verständnis und Konfliktfähigkeit. Dass die Ausbildung solcher Fähigkeiten bei jungen Menschen stärker gefördert werden muss, und dass der internationale Schüleraustausch dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann, darüber waren sich die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung „Internationaler Schüleraustausch – kompetent in die Zukunft“ am 16./17. März 2007 in München einig. Realisiert wurde die Tagung durch das Schulreferat der Stadt München in Kooperation mit AJA, dem Bayerischen Jugendring, dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und mit großzügiger finanzieller Förderung durch die HypoVereinsbank, die Ippen-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung.

Interkulturelles Lernen in der Schule ist aber bei weitem nicht auf die Durchführung von Austauschprogrammen begrenzt; ebenso muss internationale Kompetenz bereits in der Lehrerausbildung beginnen. Daher standen neben Fachvorträgen zur Bildungswirkung internationaler Schüleraustauschmaßnahmen Workshops mit Methoden der interkulturellen Pädagogik, aber auch zu Projektmanagement und Fördermöglichkeiten im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung.

„Besonders wertvoll waren die Praxisorientiertheit und die konkrete Anwendbarkeit der Workshopinhalte“, lobten die Multiplikatoren aus den bayerischen Schulen. Konzepte und praktische Beispiele, die direkt in den Unterricht übersetzt werden können, lieferten u.a. die drei Angebote der AJA-Organisationen: der Toleranz-Workshop „Colored Glasses“, das interkulturelle Training kompakt „Wer bin ich, woher komme ich?“ und die Tool-Box „JuBoMiO“ für eine interaktive Entdeckung Mittel- und Osteuropas.

Aber auch über die Voraussetzungen für einen interkulturell bildungsorientierten Schüleraustausch wurde gesprochen. Auf großes Interesse bei den Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmern stießen in diesem Zusammenhang die Leitgedanken zur Durchführung von Schüleraustauschprogrammen, die AJA-Repräsentantin Rita Stegen im Rahmen ihres Vortrags zu „Qualitätskriterien im Schüleraustausch“ darstellte. Diese wurden von den Lehrerinnen und Lehrern als wichtige Orientierungshilfe u.a. für ihre Beratungsarbeit gegenüber Eltern und Schülern vor allem mit Blick auf einen längerfristigen Austausch geschätzt.

Wie wichtig internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz darüber hinaus für die spätere berufliche Laufbahn sind, bestätigte die Podiumsdiskussion mit hochrangigen Vertretern der Schulverwaltung der Stadt München, des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, des Bayerischen Jugendrings sowie Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und von Stiftungen. Als eine der besonderen Herausforderungen wurde dabei u.a. die stärkere Nutzbarmachung von Austauscherfahrungen an Schulen in Deutschland artikuliert: denn die Integration der Kompetenzen, Erfahrungen und des Wissens ehemaliger Teilnehmer an Austauschmaßnahmen in den schulischen Alltag ist auch ein wesentlicher Aspekt qualitätsorientierter Schulentwicklung.

 

 

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